ELV-Ratgeber im Bereich "Beleuchtung"

ELV-Ratgeber zu: IP-Schutzarten - welches Elektrogerät darf wo eingesetzt werden?

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Elektrische Geräte und Betriebsmittel, zu denen z. B. auch Leuchten gehören, werden entsprechend Ihres Einsatzzwecks und der vorgesehenen Betriebsumgebung in IP-Schutzklassen ( = International Protected Codes) eingestuft, die beschreiben, welche Einwirkung der Umgebungseinflüsse und der Handhabung zulässig sind. Nur in seltenen Fällen, z. B. spezieller Industrie- oder Militärtechnik, sind elektrische Geräte nicht mit einer IP-Einstufung versehen.

Die IP-Schutzklassenkennzeichnung besteht aus zwei Teilen, die den Schutz gegen Berührung und Festkörper sowie den Schutz gegen den Einfluss von Feuchtigkeit (Wasser) kennzeichnen.

So bedeutet IP44, dass das Produkt gegen das Eindringen von Festkörpern mit mehr als 1 mm ø, jedoch nicht gegen Staub gesichert ist. Die zweite Vier bedeutet, dass das Produkt gegen das Eindringen von Sprühwasser aus allen Richtungen geschützt ist.
So kann man z. B. eine Leuchte mit IP44 auch im Außenbereich betreiben, sollte sie aber vor direktem Niederschlagseinfluss geschützt montieren, z. B. unter einem Dachvorsprung.

Erste Ziffer nach dem IP = Kennzeichnung für den Schutz gegen Berühren und Festkörper

IP0x   kein Schutz
IP1x   Schutz gegen Fremdkörper mit ø >50 mm und großflächiges Berühren (z. B. Handrücken)
IP2x   Schutz gegen Fremdkörper mit ø>12,5 mm und kleinere Berührungsflächen (z. B. Finger)
IP3x   Schutz gegen Fremdkörper mit ø>2,5 mm und kleinere Gegenstände (z. B. Werkzeug)
IP4x   Schutz gegen Fremdkörper mit ø>1,0 mm und kleine Gegenstände (z. B. Draht)
IP5x   Schutz gegen schädlichen Staub und vollständiger Berührungsschutz
IP6x   Vollständiger Staub- und Berührungsschutz

Zweite Ziffer nach dem IP = Kennzeichnung für den Schutz gegen Wasser

IPx0   kein Schutz
IPx1   Schutz gegen Tropfwasser
IPx2   Schutz gegen Tropfwasser, wenn das Gerätegehäuse zu 15% geneigt ist
IPx3   Schutz gegen Sprühwasser mit einem Einfallswinkel bis 60%
IPx4   Schutz gegen Sprühwasser aus allen Richtungen
IPx5   Schutz gegen Strahlwasser aus allen Richtungen
IPx6   Schutz gegen starkes Strahlwasser aus allen Richtungen (zeitweiliges Überfluten)
IPx7   Schutz gegen vorübergehendes Untertauchen
IPx8   Schutz gegen dauerndes Untertauchen

Elektro-Installationszonen in Feuchträumen (Schutzbereiche)

Speziell für Bäder und andere Feuchträume gelten Installationszonen, die gewährleisten sollen, dass in bestimmten Zonen nur elektrische Einrichtungen montiert werden dürfen, die den jeweils hierzu geltenden Anforderungen genügen. Die Schutzzonen sind in der DIN VDE 0100 Teil 701 beschrieben.

Generell sollten alle den Feuchtraum versorgenden Stromkreise mit einem FI-Schutzschalter (Empfindlichkeit ≤30 mA geschützt sein!

Schutzzone 0
Schutzzone 0 ist der Bereich innerhalb einer Badewanne oder einer Duschtasse (inkl. Randbereich). In dieser Zone dürfen keine Leitungen verlegt werden, keine Installationsmittel (Verteiler, Anschlussdosen, Steckdosen, Schalter etc.) installiert und keine elektrischen Geräte betrieben werden. Für diesen Bereich zugelassene Betriebsmittel müssen mindestens IPx7 entsprechen, als Leuchten sind nur fest angeschlossene 12-V-AC bzw. 30-C-DC-Leuchten (SELV) zulässig, wobei deren Versorgungsgerät ausschließlich in der Schutzzone 3 zu montieren ist. Steckdosen und Schalter sind hier nicht erlaubt.

Schutzzone 1
Schutzzone 1 ist der Bereich über der Schutzzone 0 (ab dem Fußboden gesehen) bis in eine Höhe von 2,25 m. Dazu zählt auch der Bereich unterhalb einer Wanne/Duschwanne.
Zur Schutzzone 1 zählt bei ebenerdigen Duschen der Bereich von 120 cm um den Duschkopf herum.
In diesem Bereich zulässige Betriebsmittel müssen mindestens IPx4 aufweisen.
In diesem Bereich dürfen nur fest angeschlossene und mit IPx4 deklarierte Wassererwärmungsgeräte (Boiler), Abwasserpumpen, Wirlpoolpumpen etc. installiert werden. Sonstige Geräte wie Lüftungsgeräte oder Leuchten, dürfen nur mit SELV oder PELV (max. 25 V AC bzw. max. 60 V DC) angeschlossen werden, wobei deren Versorgungsgerät in den Schutzzone 2 oder 3 zu montieren ist. Steckdosen und Schalter sind hier nicht erlaubt.

Schutzzone 2
Schutzzone 2, auch Sprühbereich genannt, umfasst einen Bereich von 60 cm Breite allseitig um die Schutzzone 1 herum, sowie bis zu einer Wandhöhe von 2,25 m. In diesem Bereich zulässige Betriebsmittel müssen mindestens IPx4 aufweisen.
Zusätzlich zu den in Schutzzone 1 aufgeführten Betriebsmitteln und Einrichtungen sind hier stationäre und fest angeschlossene Geräte mit IPx4 und FI-Schutz zugelassen. Steckdosen in diesem Bereich dürfen nur über Schutz-Trenntransformator (Rasierersteckdose) angeschlossen werden. Sonstige Steckdosen und Schalter sind hier nicht erlaubt.

Schutzzone 3
Schutzzone 3 umfasst einen Bereich von 240 cm um Schutzzone 2 herum, in der Höhe bis 2,25 m. Hier gilt als Einschränkung, dass alle Stromkreise per FI abgesichert sind.

Beispiel Installationszonen im Bad
Hier sind zusätzlich die zulässigen Kabel-Verlegewege zu sehen

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