Elektronikwissen im Bereich "Haustechnik"

Elektronikwissen zu: Das FS20-Adresssystem in der Übersicht

0,00
Beim FS20-System können die Sender auf einen selbst gewählten Adresscode aus 4 Ziffern eingestellt werden. Beim Anlernen eines Senders an einen Empfänger speichert der Empfänger diesen Adresscode als Absenderadresse auf einem dafür vorgesehenen Speicherplatz.

Durch den aus 4 Ziffern mit den Zahlen 1 bis 4 bestehenden Code ergeben sich 256 unterschiedliche Adressen (1111 bis 4444). Diese Adressen gliedern sich dabei in 4 Adresstypen zu 225 Einzeladressen, 15 Funktionsgruppen- Adressen, 15 lokale Master-Adressen und eine globale Master-Adresse. Um die 256 Adressen auf die 4 Adresstypen zu verteilen, sind die 4-stelligen Adressen auf zwei 2-stellige Ziffernblöcke aufgeteilt. Der vordere Ziffernblock ist die Adressgruppe und der zweite Block die Untergruppe. Jeder dieser Blöcke bietet dabei 16 Zahlenkombinationen von 11 bis 44. Die 44 für einen oder beide der Blöcke signalisiert dabei, dass es sich um einen der Gruppen- Adresstypen handelt. Alle Adressen ohne die 44 in einem der Blöcke sind hingegen Einzeladressen.
Die Aktoren besitzen für jeden der vier Adresstypen genau einen Speicherplatz. Jeder Empfänger kann also immer nur auf eine Adresse pro Adresstyp angelernt werden, insgesamt aber dennoch auf bis zu 4 unterschiedliche Adressen, wenn sie denn von unterschiedlichem Typ sind. Soll ein Empfänger auf mehrere Sender reagieren, so kann man dies auf zwei unterschiedliche Arten erreichen. Zum einen kann man die Sender bzw. die Tastenpaare, die die gleiche Funktion steuern sollen, auf identische Adressen einstellen. Es genügt dann, lediglich einen der Sender an den Empfänger anzulernen, da der andere Sender ja die gleiche Absenderadresse verwendet und dem Empfänger damit bekannt ist. Möchte man mit einem weiteren Sender aber nicht nur diesen einen Empfänger, sondern eine Gruppe mehrerer Empfänger steuern, dann sollte diesem Sender bzw. Tastenpaar eine der Gruppenadressen zugewiesen werden, die durch einen erneuten Anlernvorgang bei allen zu steuernden Empfängern der Gruppe einzeln anzulernen ist. Ein Schaltaktor kann also beispielsweise auf die Einzeladresse 1243 und gleichzeitig auf die Funktionsgruppenadresse 4432 angelernt werden. Die Einzeladresse 1243 ist keineswegs automatisch der Funktionsgruppenadresse 4443 zugeordnet oder auf diese Adresse eingeschränkt.
Die einzelnen Adresstypen sind dabei für die nachfolgend erläuterte praxisnahe Zuordnung vorgesehen. Die Namensgebung und der Verwendungszweck dieser Gruppenadressen ist aber eigentlich willkürlich und kann auch ganz anders erfolgen.

Einzeladressen: Jeder Empfänger sollte auf eine Einzeladresse eingestellt werden, um ihn separat ansteuern zu können. Im Auslieferungszustand sind die Kanäle von FS20-Sendern aufsteigend mit diesen Einzeladressen versehen: 1111, 1112, 1113, 1114, 1121, 1122 ...

Funktionsgruppen-Adressen: Mehrere Empfänger werden durch die Zuweisung einer Funktionsgruppen-Adresse als funktionale Einheit definiert. Werden beispielsweise alle Lampen im Haus einer Funktionsgruppe zugeordnet, so lässt sich das ganze Haus über nur einen Tastendruck hell erleuchten oder verdunkeln.

Lokale Master-Adressen: Mehrere Empfänger werden räumlich als eine Einheit definiert und über die lokale Master-Adresse angesteuert. Werden beispielsweise alle Empfänger in einem Raum jeweils einer lokalen Master-Adresse zugewiesen, so kann man beim Verlassen eines Raumes mit nur einem Tastendruck alle Verbraucher in diesem Raum ausschalten.

Globale Master-Adresse: Mehrere Empfänger werden der globalen Master- Adresse zugeordnet und gemeinsam über diese Adresse angesteuert. Beim Verlassen des Hauses lassen sich so beispielsweise leicht alle Verbraucher mit nur einem einzigen Tastendruck ausschalten.

Durch dieses Adresssystem eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten. Es lassen sich somit sogar Zugangsberechtigungen realisieren, indem z. B. drei Tore unterschiedlichen Einzeladressen und einer gemeinsamen Funktionsgruppe („Tore“) zugewiesen werden. Mehrere Personen können nun jeweils einen Handsender mit entsprechender Einzeladresse für ein Tor erhalten, während über eine Fernbedienung mit programmierter Funktionsgruppen-Adresse alle Tore geöffnet oder über einen FS20-Timer abends automatisch gemeinsam geschlossen werden können.

Zuweisung von Funktionsgruppen und Master-Adressen

Funktionsgruppen: Wird als Adressgruppe die 44 eingegeben, wird die Unteradresse (sofern sie nicht auch 44 ist, siehe folgende Abschnitte) als Funktionsgruppe definiert. So lassen sich 15 Funktionsgruppen zwischen 4411 und 4443 definieren:
Hierzu stehen die folgenden Adressen zur Verfügung: 4411, 4412, 4413, 4414, 4421, 4422, 4423, 4424, 4431, 4432, 4433, 4434, 4441, 4442, 4443

Lokaler Master: Wird nur die Unteradresse auf 44 eingestellt, so hat dieser Kanal die Funktion eines lokalen Masters innerhalb der eingestellten Adressgruppe. Alle Empfänger, die mit dieser lokalen Master- Adresse programmiert sind, werden gleichzeitig gesteuert.
Hierzu stehen die folgenden Adressen zur Verfügung: 1144, 1244, 1344, 1444, 2144, 2244, 2344, 2444, 3144, 3244, 3344, 3444, 4144, 4244, 4344

Globaler Master (Adresse 4444): Werden sowohl Adressgruppe als auch Unteradresse auf 44 eingestellt, so hat dieser Kanal die Funktion eines globalen Masters. Alle Empfänger, die mit dieser globalen Master- Adresse programmiert sind, werden gleichzeitig gesteuert.

Lesen Sie zu diesem Thema im ELV-Journal:
Funkende Schalter – FS20 Schaltinterface FS20 SI3
Das FS20 SI3 überwacht und erkennt den aktuellen Schaltzustand von bis zu drei angeschlossenen Öffner- bzw. Schließerkontakten und sendet bei jeder Zustandsänderung per Funk einen defin...